Offener Brief von Vertrauensleuten und Betriebsräten an den Vorstand der IG Metall
Die 35-Stunden-Woche muss verteidigt werden!
Stoppt den Generalangriff auf die Arbeitszeiten!
Die Unternehmer blasen zum Generalangriff auf unsere Errungenschaften.
Neben den Sozialversicherungen steht die Arbeitszeit und der
Flächentarifvertrag im Zentrum der Angriffe. Zur Zeit sind es nicht die kleinen,
schlecht organisierten Kleinbetriebe, die die Hauptgefahr für die
35-Stunden-Woche darstellen, sondern Weltkonzerne wie Bosch, Daimler-
Chrysler und Siemens, die jetzt ihre ganze politische und ökonomische
Macht einsetzen wollen, um Durchbrüche in der Arbeitszeitfrage durchzusetzen.
Wenn diese Vorstöße erfolgreich sind, wäre das eine erhebliche
Niederlage für die IG Metall. Vor 20 Jahren haben wir durch einen 7-wöchigen
harten Arbeitskampf mit Hunderttausenden von Streikenden und
Ausgesperrten den Einstieg in die 35-Stunden-Woche errungen.
Arbeitszeitverlängerung ist zugleich unverantwortlich angesichts der
herrschenden Massenarbeitslosigkeit, die zunehmend auch Akademiker-
Innen, TechnikerInnen und IngenieurInnen betrifft. Dies konterkariert alle
gewerkschaftlichen Bemühungen der letzten Jahrzehnte, durch Arbeitszeitverkürzungen
Arbeitsplätze zu erhalten bzw. neue zu schaffen.
Wir wissen,dass manche KollegInnen in die 40-Stunden-Woche drängen,
weil sie in (unbezahlten) Überstunden ertrinken. Aber wir müssen die Ursachen
dafür bekämpfen, die Arbeitsüberlastung und den Personalmangel.
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