Pankow/Lichtenberg
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Gesundheit – ein Mordsgeschäft

Das Gesundheitswesen ist mit einem Umsatzvolumen von über 500 Milliarden DM jährlich und einem Anteil von etwa 10 Prozent am BIP ein bedeutender Wirtschaftssektor. Pharmazeutische und Medizinische Geräteindustrie haben in den letzten Jahren hohe Gewinne erzielt.

In der Auseinandersetzung um die geplante Schließung des Fachbereichs Medizin der Freien Universität haben sich die Berliner Medizingerätehersteller für den Erhalt der Forschungsbereiche eingesetzt. Auch die Arbeitgeberverband Nordostchemie protestierte in einem Memorandum an den Berliner Senat. Die 21 pharmazeutischen Betriebe, die in Berlin mit 90 Prozent die dominierende Sparte der Chemie-Branche sind, hatten im vergangenen Jahr 2,7 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet. GlaxoSmithKline, Europas größter Pharmahersteller, hat den Gewinn 2001 um 14 Prozent gesteigert. Auf der Welt hat der Konzern, einen Umsatz von 33,4 Milliarden Euro erzielt.

Aber auch die Krankenversorgung ist zum Gegenstand von Profitinteressen ganzer Konzerne geworden. Einzelne Konzerne wie Helios, Sana oder Rhön-Kliniken expandieren zunehmend. Mit Fresenius ist auch die Pharmaindustrie direkt im Krankenhauswesen eingestiegen. Die z.T. international tätigen Krankenhauskonzerne profitieren von den zunehmenden Privatisierungsbemühungen der öffentlichen Hand. Zu jeweils für sie günstige Konditionen kaufen sie als profitabel angesehene Kliniken auf. Mit Teilen des Klinikums Buch ist dies bereits geschehen, weitere werden auch in Berlin folgen. Mit der Einführung der Fallpauschalen (DRGs) zur Krankenhausfinanzierung wird sich der Kostendruck verschärfen und in der Folge mit vollständiger Privatisierung vieler Kliniken einhergehen. Die Fallpauschen schaffen vermeintlich vergleichbare Preise, werden aber nicht die tatsächlichen Kosten abdecken. Die Folge sind stark verkürzte Verweildauern bei gleichzeitigem Abbau von Leistungen und Spezialisierung der Einrichtungen. Die Gesamtkosten werden voraussichtlich steigen, denn auch die Gewinne müssen finanziert werden. Einige Kliniken werden in diesem Wettbewerb nicht bestehen und werden dann geschlossen.

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