Pankow/Lichtenberg
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Privatisierung macht krank!
Rettet das Krankenhaus Prenzlauer Berg!

Krankenhäuser werden geschlossen. Zuerst war das Krankenhaus Moabit dran. Jetzt sollen das Klinikum Prenzlauer Berg und das Tempelhofer Wenckebach-Krankenhaus folgen. Krankenbetten, Stellen von Ärzten und Pflegekräften werden abgebaut. Rettungsstellen werden reduziert. Anfahrtswege, auch im Notfall, werden immer weiter. Patienten werden wegen fehlender Betten abgewiesen. Andere werden von einem Krankenhaus zum nächsten weitergeschoben, wenn sich der Fall nicht rechnet. In manchen Kliniken gibt es durch Überbelegung Flurbetten. Die Qualität der Pflege und Behandlung sinkt. Überarbeitete, gestresste Beschäftigte werden zu Lohnverzicht und Fließbandabfertigung gezwungen. Der Patient steht nicht im Mittelpunkt. Betroffen von dieser Entwicklung sind auch das Krankenhaus am Urban und das Klinikum Friedrichshain.

Kosten werden auf die Patienten abgewälzt

Eifrige „Reformer“ erklären den Patienten zum Kunden. Von Eigenverantwortung und Wahlfreiheit bei der Inanspruchnahme von Gesundheits-leistungen ist viel die Rede. Gemeint sind die zahlungskräftigen Kunden. Und was ist mit denen, die krank und arm sind? Mit der Agenda 2010 und den Hartz-Gesetzen wird die Armut in Berlin rasch zunehmen. Das ist geplant. Wer arm ist, wird leichter krank und hat eine geringere Lebens-erwartung. Um so wichtiger ist eine flächen-deckende Gesundheitsversorgung. Stattdessen wird die öffentliche Daseinsvorsorge privatisiert. Mit zunehmendem Tempo. Klinikkonzerne warten auf die beste Gelegenheit, sich in Berlin Vivantes und die Charité einzuverleiben. Rhön AG, Helios und andere haben viel vor. Das Krankenhausgeschäft rechnet sich für sie. Billiger wird die Versorgung so sicher nicht, denn woher sollen sonst die Gewinne kommen?

Kahlschlag für den Profit der Konzerne

Die Rhön Klinikum AG, aber auch Vivantes-Chef Schäfer, machen Werbung für eine andere Krankenhauslandschaft. Die Rhön AG würde die Betten um 80% reduzieren. Keine wohnortnahe Grundversorgung mit Krankenhäusern und stationärer Unterbringung. Stattdessen wenige Kliniken mit wenigen Betten und dafür High-Tech-Medizin und extrem kurzen Liegezeiten. Von den übrigen Krankenhäusern sollen sogenannte Portalkliniken übrig bleiben. Dort gibt es nur noch ambulante und teilstationäre Leistungen. D.h. die Versorgung von Kranken wird so weit wie möglich ausgelagert. Das Krankenbett wird in die häusliche Umgebung verlagert. Die Kosten für die nötigen Anfahrtswege fallen nicht zuletzt auf die Patienten und ihre Angehörigen zurück. Die niedergelassenen Ärzte und die ambulanten Pflegedienste können starke Liegezeitverkürzungen nicht auffangen. Vor- und Nachbehandlungen werden verstärkt anfallen. Wenn aber nicht klar ist, inwieweit die zusätzlichen Kosten von den Krankenkassen übernommen werden, ist eine Rationierung absehbar. Dann findet halt weniger Behandlung mit weniger Aufwand statt! Pech hat ohnehin, wer sich teure Zuzahlungen und selbst zu bezahlende Krankentransporte nicht leisten kann.

Fallpauschalen haben schädliche Neben-wirkungen

Nur die komplizierteren Fälle sollen in Zukunft stationär aufgenommen werden. Zur Zeit wird die Finanzierung der Krankenhäuser vollständig umgestellt. Nicht mehr Tagessätze oder Budgets sind die Grundlage, sondern Fallpauschalen (DRG). Ab 2007 wird jedem Fall ein fester Preis zugeordnet. Dieser ergibt sich aus einem Preis-katalog, je nach Diagnose bzw. Behandlung. Eine Blinddarmoperation wird bundesweit einheitlich bezahlt werden, egal wie hoch die wirklichen Kosten sind. Fehlanreize werden gesetzt, z.B. bringen Amputationen mehr Geld für das Haus als konservative Behandlungen. Lange Liegezeiten stören da nur, denn das verursacht Kosten, die nicht erstattet werden. „Blutige“ Entlassungen sind eine Folge. Es entsteht ein Wettbewerb um die geringsten Kosten und die höchsten Gewinne. Der Patient bleibt auf der Strecke. Öffentliche Krankenhäuser sind seit Jahren unterkapitalisiert, so auch Vivantes. Darum nimmt der Druck zur Privatisierung stark zu. Wettbewerb, Profitstreben und Privatisierung bestimmen zunehmend das Gesundheitswesen. Versorgungslücken, Kosten-steigerungen für die Patienten und schlechtere Qualität von Medizin und Pflege sind die Folgen. Also mehr Profite für wenige und weniger Gesundheit für viele!

Widerstand ist möglich!

Das lassen wir uns nicht gefallen! Es ist nun wichtig, selbst aktiv zu werden. Gegen Krankenhausschließungen und gegen Privatisierung. Gemeinsamer Protest und Widerstand von Bevölkerung und Beschäftigten der Krankenhäuser kann genug politischen Druck machen, um dieses Vorhaben zu verhindern.

  • Kein weiterer Stellen- und Bettenabbau bei Vivantes und Charité!
  • Keine Klinikschließungen!
  • Erhalt des Krankenhauses Prenzlauer Berg!
  • Weg mit Fallpauschalen und Privatisierungsplänen!
  • Für Erhalt und Ausbau einer wohnortnahen, qualitativ guten Gesundheitsversorgung!

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