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Mc Charité 2010 und der Haustarifvertrag
Im folgenden dokumentieren wir den Text eines Flugblattes der DKP-Berlin an die Kolleginnen und Kollegen der Berliner Charite zu den aktuellen Umstrukturierungsplänen und dem geplanten Ausstieg aus dem Flächentarifvertrag:
Kolleginnen und Kollegen!
Herr Ganten rührt die Propagandatrommel. Die Charité soll bis 2010
stärkste und beste medizinische Fakultät in Europa werden. Die
Beschäftigten dürfen sich in Projektgruppen einbringen. Und ihre
Zurichtung für den Kampf ums Dasein im Turbokapitalismus planen.
Experten werden engagiert – für teures Geld. Die Firma Berger hat den
Zuschlag erhalten für schlappe 1,1, Millionen Euro. Bei Vivantes
läuft Ähnliches. Aber McKinsey nimmt dort beim Folgeauftrag schon mal
8,2 Millionen. Die Experten sollen die Kosten verringern. Gemeint
sind damit vorrangig die Löhne und Gehälter der Beschäftigten. Die
eigentlichen Leistungserbringer sind angeblich zu viele. Und sie
verdienen auch zu viel.
Die Geschäftsführung hat Pflöcke
eingeschlagen. Seit 1.5. sind Neueingestellte und diejenigen, deren
Verträge verlängert werden, bereits ärmer dran. Generelle
40-Stundenwoche, Wegfall von Weihnachts- und Urlaubsgeld treffen
immer mehr Kollegen. Und bald soll das die Norm sein!
Tarifverhandlungen stehen an, angeblich noch im September. Ein
Angebot der Unternehmensseite liegt noch nicht vor.
Es ist
offensichtlich: zuerst wurde der Lohnverzicht bei Vivantes
durchgesetzt. Nun ist die Charité dran. Konzernmanager Ganten setzt
noch eins drauf mit seiner Forderung nach Leistungslöhnen. Damit die
Entsolidarisierung der Beschäftigten noch etwas schneller vorankommt,
soll es Leistungsprämien geben. Wer am besten buckelt, schneidet da
sicher gut ab. Für die meisten aber - die ihrer Arbeit sehr wohl
motiviert und professionell nachgehen - heißt das weiterer Lohnabbau.
Lasst Euch nicht gegeneinander ausspielen! Für gleiche Arbeit muss
gleicher Lohn gelten. Mit dem geplanten Haustarifvertrag sollen
Verschlechterungen für alle Berufsgruppen festgeschrieben werden. Mit
dem Ausstieg aus dem Flächentarif in 2003 wurde ein Anfang auf dem
Weg zum Lohndumping gemacht. Mit Haus- und Spartentarifen wird die
Position der Beschäftigten entscheidend geschwächt. Eine
Solidarisierung von Belegschaften miteinander ist erschwert.
Und was hat es mit dem vielbeschworenen Sparzwang auf sich?
Politische Vorgaben von Senat und Bund haben Druckmittel gegen die
Beschäftigten der Charité geschaffen. Die Einsparsumme von 98
Millionen ist willkürlich. Mit den DRGs soll die
Krankenhauslandschaft dem Profitprinzip unterworfen werden. Es gibt
offenbar viel zu verdienen am Gesundheitsmarkt. Ein Mordsgeschäft. Im
Interesse der Patienten ist das neue Preissystem nicht. Von den immer
mieseren Arbeitsbedingungen ganz zu schweigen.
Wir lehnen DRGs, Arbeitszeitverlängerung und Sozialkahlschlag ab.
Denn Geld ist eigentlich genug da! Banken und Konzerne machen
Riesengewinne. Besonders dann, wenn sie Löhne und Gehälter kürzen.
Manager sahnen kräftig ab. Um so wichtiger ist es, die Angriffe der
Profiteure auf unsere Lebens- und Arbeitsbedingungen zurückzuweisen.
Warum nicht Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohn- und
Personalausgleich?
Das gelingt nicht am grünen Tisch. Werdet selbst aktiv und tragt Euren Protest auf die Strasse. Das ist die Sprache, die die Konzernherren
verstehen.
Schluß mit Lohnabbau und Stellenklau!
Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!
Flächentarif statt Haustarif!
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